
Auf der 2025er Alpentour stehen die spektakulärsten und schönsten Pässe des Schweizer Ostens sowie einige oberitalienischen Seen und Pässe auf dem Programm. Wir, das sind diesmal drei Ducati Fahrer, starten in Feldkirch in Österreich Richtung Westen, überqueren nach wenigen Kilometern den Rhein und fahren ab dort durch die Schweiz. Über Appenzell, Wattwil und Siebnen führt die Strecke zum Satteleggpass (2) und weiter zum Ibergereggpass (3), der mit seinen gut ausgebauten Kehren und schönen Aussichten auf die umliegenden Almen lohnenswert ist.


Nach rund 150 Kilometern bieten sich am Ostufer des Vierwaldstättersees reichlich Gelegenheiten für einen Zwischenstopp, bevor es durch eine spektakuläre Berglandschaft hinauf zum 2.264 m hohen Sustenpass (4) geht.

Die 45 Kilometer lange Passstrasse wurde erst in den 1940er Jahren fertiggestellt. Die eigentliche Passhöhe wird durch einen Straßentunnel unterquert. Die Westrampe führt am Steingletscher vorbei hinunter nach Innertkirchen.

Von dort geht es Richtung Süden zum nächsten Highlight. Der Grimselpass (5) führt über 46 gut ausgebaute Kilometer über die Passhöhe auf 2.165 m, die die europäische Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer bildet. Besonders spektakulär ist der Pass auf der Südrampe, wo die Serpentinen steil und eng in den Hang gebaut sind.


Zum Abschluss der ersten Etappe überqueren wir den Simplonpass (6) (2.006 m), der die Schweiz und Italien verbindet. Der Pass bietet nur wenige Serpentinen, aber die Südrampe, die durch die enge Gondoschlucht verläuft, ist die Befahrung wert.

Auf der zweiten Etappe fahren wir Teile der Uferstrassen vom Lago d’Orta (1), Lago Maggiore,
Lago di Como (2) und Lago di Garlate, bevor es wieder in die Berge geht. Der erste Pass, Passo di Valcava (3), ist zwar nur 1.336 m hoch, aber dennoch ein richtiger Pass mit steilen und serpentinenreiche Auffahrten, die Spaß machen.

Der Höhepunkt der zweiten Etappe ist der Passo San Marco (4). Die 45 Kilometer lange Strecke ist ein einziges Kurvenfestival in atemberaubender Landschaft.

Die dritte Etappe starten wir von Morbend Richtung Süden und überqueren wieder den Passo di San Marco. In Antea biegen wir nach Osten ab und fahren zum Colle di Zambla (2) (1.264 m), der insbesondere mit seinen Kurven und Kehren auf der Ostrampe hinunter nach Ponte Nasso begeistert.

Mit dem Passo del Vivione (3) folgt einer „der schönsten unter den abgelegen Pässen
Italiens.“ Die enge und nicht immer gut asphaltierte Strecke beeindruckt durch die großartige Lage in den weitläufigen Schluchten- und Almen der Bergamasker Alpen und durch eine teilweise anspruchsvolle Streckenführung.

Hinter Edolo folgt mit dem 1.852 m hohem Passo del Mortirolo (4) ein nächster, eher unbekannter Pass, der mit teils schmaler aber stets kurviger Streckenführung eine Menge Abwechslung bietet.
Deutlich bekannter ist der nächste Pass auf der heutigen Tour, der Bernina-Pass (5). Mit seinen 2.330 Metern zählt der perfekt ausgebaute Pass mit Blick auf einige Gletscher und Seen zu den schönsten Übergängen der Schweiz.

Der letzte Pass vor dem Tagesziel Chiavenna ist der ungewöhnliche Maloja-Pass (6). Ungewöhnlich, weil er nur eine Rampe hat. Vom Nordwesten kommend fährt man über St. Moritz durch das flache Inntal bis Maloja. Ab dem Ortsausgang fällt er dann bis zur italienischen Grenze auf rund 23 Kilometern um fast 1.100 Meter ab. Besonders die ersten Kilometer sind spektakulär in den steilen Hang gebaut.


Am vierten Tag der Tour führt uns eine Rundtour von Chiavenna über 370 Kilometer über ein dutzend Pässe, davon neun mit mehr als 2000 Meter Höhe. Den Anfang machen der Maloja-Pass (2) und der Bernina Pass (3), die wir bereits am Vortag in der anderen Richtung gefahren sind. Kurz hinter der Bernina Passhöhe geht es Richtung Norden über den 2.315 m hohen Passo Forcola di Livigno (4) nach Italien. Auf der weiteren Route bis nach Bormio überqueren wir die beiden eher unspektakulären Pässe Passo d’Eira (2.208 m) und dem Passo di Fosscagno (5) (2.291 m).

Dafür wird es hinter Bormio umso spektakulärer. Das Stilfzer Joch (6), mit 2.757 m der höchste Gebirgspass in Italien. Bereits die 36 Kehren auf den 20 Kilometern von Bormio zur Passhöhe sind ein Erlebnis. Einmalig ist jedoch die Ostflanke, eine Panoramastraße mit 48 atemberaubenden Kehren.

Wir fahren die Ostflanke hinunter bis Trafoi, kehren dort um und genießen die Auffahrt zurück zur Passhöhe. Nach dem höchsten Straßenpass Italiens folgt mit dem 2.503 m hohen Umbrail Pass (7) der höchste Schweizer Straßenpass. In 33 Kehren geht es in nördlicher Richtung ins Münstertal in der Schweiz. Im Tal angekommen geht es gleich wieder hinauf zum Ofenpass (8), dessen Scheitel auf 2.150 m liegt. Vom Ofenpass geht es hinunter nach Zernez im Inntal, das wir einige Kilometer hinauf fahren, um dann nach Norden zum Albulapass (9) abzubiegen. Der 2.315 m hohe Pass ist sowohl landschaftlich als auch bei der Streckenführung extrem abwechslungsreich. Die Passtrasse kreuzt mehrfach die Strecke der Rätschischen Bahn mit den steinernen Brückenkonstruktionen und führt durch die enge Albula Schlucht hinunter nach Tiefencastel.

Von hier geht es gleich wieder auf der 36 Kilometer langen Nordrampe hinauf zum 2.284 m hohen Julierpass (10). Die gut ausgebaute Strecke überwindet eine Höhendifferenz von 1433 Metern. Auf nur sieben Kilometern geht es von der Passhöhe wieder herunter nach Silvaplana. Ein weiteres Mal fahren wir über den Maloja-Pass zurück zum Hotel in Chiavenna.

Am fünften Tag stehen eigentlich knapp 300 Kilometer und 6 Pässe auf dem Programm, doch an diesem Hochsommertag sollen nachmittags Gewitter aufziehen, was eine flexible Routenplanung erfordert. Der Vormittag verläuft aber erst einmal nach Plan. Wir starten in Chiavenna Richtung Norden und fahren über den 2.118 m hohen Splügen-Pass (1) in die Schweiz. Auf den 32 Kilometern der Südrampe sind 51 Kehren zu befahren und auch die Nordrampe auf der Schweizer Seite geizt nicht mit gut ausgebauten Kurven und Kehren.

Weiter geht es zum Passo di San Bernadino (2). Einer meiner Lieblingspässe in den Alpen, der sich durch ein abwechslungsreiches Streckenprofil und wenig Verkehr auszeichnet. Wer es eilig hat nimmt die Autobahn durch den Tunnel. Wir haben eigentlich viel Zeit, aber die Wolken werden dichter, weshalb wir uns zu einer Verkürzung der Etappe entscheiden. Statt über den Lukmanier- und den Oberalppass fahren wir direkt zum Gotthard Pass (3). Schließlich wollen wir unbedingt die alte Tremola mit ihrem legendären Kopfsteinpflaster fahren – und das natürlich im Trockenen.


Der Himmel ist schon ziemlich dunkel, als wir in Airolo auf die Tremola einbiegen. Die ersten Tropfen fallen und kurz vor der Kittelmann Kehre regnet und gewittert es so heftig, das wir umkehren und uns einen Unterstand suchen.

Das Gewitter zieht irgendwann ab, aber der heftige Regen hält an. Wird diesmal leider nichts mit der Tremola und dem Gotthard Pass. Wir holen die Regenkombis raus und fahren im strömenden Regen von Airolo Richtung Nufenenpass (4). Auf dem Weg hört es tatsächlich auf zu regnen und kurz bevor wir den 2.478 m hohen Pass erreichen trocknet sogar die Straße ab. Trotzdem sind wir froh, dass es nur noch gut 20 Kilometer bis zum Hotel im Rhonetal sind.


Am letzten Tag der Tour ist es zwar trocken, aber ziemlich kalt. Das Gewitter am Vortag hat einen Wetterumschwung mitgebracht. Als wir oben auf dem Furka-Pass (1) ankommen zeigt das Thermometer 8° und wir stehen auf 2.436 m Passhöhe in den Wolken. Einen letzten Blick zurück ins Rhonetal gab es knapp 200 Höhenmeter unterhalb, am ehemaligen Hotel Belvedere am Rhonegletscher.

Auf der Abfahrt nach Andermatt klettert das Thermometer langsam Richtung zweistellig und auf halber Strecken sind wir auch wieder unterhalb der Wolken. Unten in Andermatt sind es immerhin 14°, aber es geht gleich wieder hinauf zum Oberhalbpass (2) und zurück in die Wolken. Von der hochalpinen Landschaft ist wenig zu sehen. Das ändert aber nur wenig an der Freude am Motorradfahren. Statt des direkten Weges durch das Rheintal Richtung Feldkirch entscheide ich mich für einen Abstecher über den Lukmanierpass (3). Mit seinen 1.915 m nicht gerade einer der bekannten Pässe, dafür aber wenig befahren und vor allem landschaftlich lohnenswert.


